Orthomolekulare Medizin - Sachstand

Was ist eine moderne Orthomolekulare Medizin (OM)

Die moderne Orthomolekulare Medizin (OM) beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Pharmakologie, Ernährungswissenschaften, Biochemie, Physiologie, Immunologie. Sie ist gleichermassen Bestandteil der Hochschulmedizin und der Natur- und Erfahrungsheilkunde. Ihre Anwendung erfolgt, je nachdem auf welchen Bereich sie sich erstreckt, allein oder komplementär zu anderen schulmedizinischen und naturheilkundlichen Massnahmen. Moderne orthomolekulare Medizin kann im Einzelfall die Hochschulmedizin ersetzen, stellt aber nicht grundsätzlich eine Alternative zur Schulmedizin dar.


Grundsätzliche Ergänzung zur Schulmedizin

Unter moderner orthomolekularer Medizin versteht man die zusätzliche Verabreichung von körperbekannten - d.h. im normalen Stoffwechsel des Menschen natürlich vorkommenden und dort benötigten – Substanzen, eingesetzt zur Verhütung von Mangelerscheinungen sowie zur präventiven und therapeutischen Beeinflussung von „sogenannten Befindlichkeitsstörungen“ oder bereits eingetretenen Erkrankungen. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die konsequente Ergänzung einer zusätzlich durchgeführten Therapie, z.B. der Chemo- oder Strahlentherapie bei Krebserkrankungen. Bei allen diesen Erkrankungen liegt fast immer ein Ungleichgewicht von den Körper belastenden zu den Körper schützenden Faktoren auf zellulärer Ebene zugrunde. Diese gilt es zu diagnostizieren und zusätzlich auszugleichen, damit der Körper mit seinen eigenen Systemen sich wieder ins biologische Gleichgewicht bringen kann.

 

Orthomolekulare Substanzen 

Zu diesen orthomolekularen Substanzen zählen u.a. essentielle und nichtessentielle Nährstoffe wie Vitamine, Vitaminoide, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren sowie die neuen „Vitamine des 21. Jahrhunderts“ . Hierunter werden heute im weiteren Sinne verstanden auch bestimmte Nahrungsinhaltsstoffe, die nicht in körpereigene biochemische Stoffwechselvorgänge eingebunden sind, die aber gesundheitsfördernde oder pharmakologische Wirkungen im Menschen entfalten. Hierzu zählt u.a. die grosse Gruppe der sekundären Pflanzennährstoffe (z.B. Phytoöstrogene, Flavonoide, Carotinoide), aber auch Pre- und Probiotika sowie bestimmte Ballaststoffe.

An dieser Stelle entstehen Überschneidungen mit der Phytotherapie, die sich daher nicht immer klar von der Orthomolekularmedizin abgrenzen lässt. Ferner gehören therapeutisch relevante körpereigene Substanzen ohne Nährstoffcharakter zur Orthomolekularen Medizin. Dies sind z.B. Enzyme, Nukleinsäuren, Hyaluronsäure und Glucosamin.

(Quelle: GKOM Gesellschaft für komplementäre Orthomolekularmedizin e.V., Köln, Dr. med. H. Kunz, Prof. Dr. Dr. G. Uhlenbruck, Dr. K. Huse)